WOHLBEFINDEN STEIGERN – 2 ARTEN DES INNEREN GLÜCKS

Hier erfährst du den Unterschied zwischen zwei Arten des Wohlbefindens aus der positiven Psychologie und ich erkläre dir effektive Übungen, mit denen du dein Wohlbefinden steigern kannst – dauerhaft und mit minimalem Aufwand.

Wenn du glücklich bist, dann kann dich so schnell nichts aus der Bahn werfen.

Du bist heute mir dem richtigen Fuß aufgestanden, deine Haare sitzen, du freust dich schon morgens auf den Abend mit Freunden, die stressige Kollegin lässt dich völlig kalt…

Wäre es nicht wundervoll, wenn jeder Tag so aussehen würde?

wohlbefinden-steigernDu selbst bestimmst über dein persönliches Glück! Wie du sicher weißt, findest du das Glück nicht in der Außenwelt – es schlummert bereits in dir. Lass uns das innere Glück hervorholen und jeden Tag spüren.

 

Was ist der Unterschied zwischen Glück und Wohlbefinden?

 

In der positiven Psychologie sprechen wir statt von Glück eher von Wohlbefinden. Das Wort Glück scheint häufig wie etwas Zufälliges, etwas, das ohne dein eigenes Zutun zu dir gekommen ist. Außerdem ist das Gefühl von Glück und Happiness häufig nur von kurzer Dauer. Ein Beispiel: Ich habe mir eine wunderschöne neue Jacke gekauft und bin super glücklich mit meinem Kauf. Zwei Tage später habe ich mich an meine Jacke gewöhnt und alles ist wieder beim Alten. Die Kollegin nervt, der Chef stresst mich mit mehr und mehr Papierkram, da hilft mir das Glück meiner neuen Jacke auch nicht weiter. Klare Sache – wahres Glück kommt aus dem Inneren. Und da kommt Wohlbefinden ins Spiel. Lass uns also einmal schauen, wie du dein Wohlbefinden steigern kannst, damit Stress in Zukunft einfach von dir abprallt.

Du möchtest dein Wohlbefinden steigern, dazu musst du erst einmal wissen, was Wohlbefinden für dich persönlich überhaupt bedeutet.

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Bevor ich dir 2 Arten des Wohlbefindens aus der positiven Psychologie vorstelle, möchte ich dich hier bitten, dir einen kleinen Moment Zeit zu nehmen und dich mal zu fragen:

  • Wann habe ich mich das letzte Mal so richtig glücklich gefühlt?
  • Was ist in der Situation passiert?
  • Wer war dabei?
  • Wie lange hielt dieses Gefühl an?

Was kam dir gerade vor deinem inneren Auge hoch? Behalte das einfach mal im Hinterkopf während du diesen Artikel liest und schaue für dich, ob du Parallelen entdecken kannst.

Also los geht’s!

Ich stelle dir in diesem Artikel zuerst 2 Arten von Wohlbefinden vor und gebe dir dann Strategien mit auf den Weg, mit denen du dein Wohlbefinden steigern kannst.

Die 2 Arten des Wohlbefindens

1. Subjektives Wohlbefinden

Wir Menschen möchten Schmerz, Leid und Krankheit vermeiden. Aber nicht nur das, wir streben nach Zufriedenheit und Freude. Und diese Freude möchten wir so schnell spüren wie möglich. Subjektives Wohlbefinden funktioniert also nach dem Prinzip des Vergnügens, dem Hedonismus.

Dazu gehören folgende 3 Bereiche:

 

1 Deine subjektive Bewertung deiner Lebenszufriedenheit:

  • „In den meisten Bereichen verläuft mein Leben nahezu meiner Idealvorstellungen.“
  • „Wenn ich mein Leben wiederholen könnte, würde ich fast nichts anders machen.“

 

2 Das Spüren positiver Emotionen

  • Wie häufig spürst du Dankbarkeit, Gelassenheit, Liebe, Stolz,…?

 

3 Die Abwesenheit negativer Emotionen

  • Wie häufig spürst du Wut, Trauer, Frustration,…?

wohlbefinden-steigernWas du für dich tun kannst um dein subjektives Wohlbefinden zu steigern, erfährst du weiter unten in diesem Artikel. Zuerst einmal weiter zur zweiten Art des Wohlbefindens:

 

 

2. Psychologisches Wohlbefinden

Neben dem hedonistischen Wohlbefinden, welches wir häufig schnell erlangen und manchmal auch nur von kurzer Dauer ist (dazu später mehr im „Exkurs in die Welt des Hedonismus“), basiert das psychologische Wohlbefinden auf tiefer wurzelnden Bedürfnissen. Es spiegelt das menschliche Streben nach Wachstum und Selbstverwirklichung wieder.

Die Wissenschaft sagt, dass ein hohes psychologisches Wohlbefinden gegeben ist, wenn wir:

  • uns selbst akzeptieren können
  • persönliches Wachstum erleben
  • einen Sinn sehen, in dem, was wir tun
  • wertvolle Beziehungen zu unseren Liebsten pflegen
  • uns den Anforderungen, die an uns gestellt werden, gewachsen fühlen
  • autonom handeln können, also nach unseren persönlichen Wertvorstellungen und Zielen

 

Das würde im Sinne der Psychologie bedeuten, dass du als Mensch richtig gut funktionierst. Aber mal ganz ehrlich, kannst du von dir sagen, dass du all diese Punkte erfüllst? Wirklich?

Das hier beschriebene (psychologische) Wohlbefinden aka innere Glück scheint uns nicht einfach zuzufallen. Es erfordert Arbeit, Selbstreflektion, eventuell ein großes Stück an Umdenken. Aber glaub mir, das ist es wert!

Warum?

Nimm dir an dieser Stelle einen Moment Zeit, schließe deine Augen und stelle dir ganz bewusst vor:

  • Wie fühlt es sich an, wenn du dich so annehmen kannst, wie du bist, mit allen Facetten deiner Selbst. Deinen Stärken und deinen vermeintlichen Schwächen. Du fühlst dich komplett wohl in deiner Haut, denn jede einzelne deiner Charaktereigenschaften macht dich zu dem Menschen, der du bist.
  • Wie fühlt es sich an, wenn dir deine Arbeit Spaß macht. Du morgens aufstehst und dich auf den Tag freust. Während deiner Arbeit vergisst du Raum und Zeit. Mit Freude bist du voll bei dem was du tust.

Großartig, oder?

Die Forschung der positiven Psychologie sieht das ganz genauso. Menschen mit einem hohen psychologischen Wohlbefinden fördern ihre eigenen Talente und Fähigkeiten, sie sehen den höheren Sinn in alltäglichen Aufgaben und finden eine tiefere Erfüllung in ihren Beziehungen.

 

Hier kommt die gute Nachricht für dich: es gibt zahlreiche einfache Übungen und Behandlungsmethoden, mit denen du nachweislich dein Wohlbefinden steigern kannst.

Das konnte in einer groß angelegten Metaanalyse mit über 6.000 Teilnehmern gezeigt werden (Bolier et al., 2013).

 

Mit diesen praktischen Übungen kannst du dein Wohlbefinden steigern:

Ein paar Beispiele, die du sofort umsetzen kannst:

1. Schreibe über die beste Version deiner Selbst:

Nimm dir mindestens einmal die Woche 20 Minuten Zeit und schreibe über die beste Version deiner Selbst.

Konzentriere dich dabei jeweils auf einen von dir gewählten Lebensbereich: Gesundheit, Beruf, Beziehungen, ….

Wie sieht dein Leben idealerweise aus? Wie möchtest du dich tagtäglich fühlen? Was möchtest du erreichen? Wie möchtest du deinen Mitmenschen begegnen?

In unserem stressigen Alltag hetzen wir häufig von einer Verabredung zur nächsten. Wir verdaddeln unsere wertvolle Zeit auf unseren Smartphones. Wir tippen wild in die Tastatur um Deadlines einzuhalten und so weiter.

Diese Übung soll dir dabei helfen, dich wieder auf die wirklich wichtigen Dinge zu besinnen. Sie kann dich darin unterstützen, dir deine wahren Bedürfnisse und deine bedeutungsvollen Ziele zu vergegenwärtigen. Reflektiere für dich, worin du tatsächlich einen tieferen Sinn siehst.

2. Drei gute Dinge

Nimm dir für eine Woche lang jeden Abend vor dem Schlafengehen 10 Minuten Zeit und überlege dir 3 Dinge, die an dem jeweiligen Tag gut liefen.

Das kann eine Kleinigkeit sein wie ein Small-Talk mit der Bäckerin oder etwas Großes wie die bestandene Abschlussprüfung deines Sohnes.

Du kannst dir die 3 Dinge gedanklich bewusst machen oder in ein kleines Heft schreiben.

Du wirst nach einer Woche höchstwahrscheinlich merken, wie deine bewusste Wahrnehmung für die schönen Kleinigkeiten des Lebens steigt.

3. Eine gute Tat

Setze dir jeden Tag zum Ziel eine gute Tat für eine andere Person zu vollbringen. Ob für deine beste Freundin, eine fremde Person auf der Straße,… ob du jemandem die Tür aufgehalten hast oder jemanden zum Essen eingeladen hast, ganz egal, es ist eine gute Tat.

Auch hier wieder, im stressigen Alltag sind wir häufig so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir die Menschen um uns herum vergessen. Diese Übung soll dir dabei helfen, den Fokus mehr in das Miteinander zu lenken und dir bewusst zu machen, dass du Teil einer größeren Gemeinschaft bist. Jemandem etwas Gutes tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, kann unfassbar beglückend sein.

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Meine Empfehlung für dich:

Wenn du dein mit diesen Übungen dein subjektives und dein psychologisches Wohlbefinden steigern willst – nachhaltig – dann empfehle ich dir, diese Übungen regelmäßig und über einen längeren Zeitraum durchzuführen.

Denn A: Nur das, was wir regelmäßig tun, hat einen nachhaltigen Effekt. Von einmal einer Stunde im Fitnessstudio wirst du auch kein Bodybuilder.

Und B: Das sagt die Wissenschaft auch – nur in etwas anderen Worten.

Außerdem hier noch ein kleines Add-On: die genannten Übungen bringen dir nicht nur inneres Glück, sondern können auch depressive Verstimmungen mindern.

 

Und zum Abschluss:

Ein Exkurs in die Welt des Hedonismus:

Ich hatte oben ja schon gesagt, dass du das hedonistische (subjektive) Wohlbefinden allein manchmal schneller erlangen kannst, es aber auch von kürzerer Dauer sein kann oder sogar ins Negative umschwingen kann.

Ein kleines Beispiel dazu:

Ein Gläschen Wein mit deinen Freunden lässt dich glücklich in den Freitagabend starten. Nach einer Falsche Wein ist dein Kopf am Samstagmorgen aber nicht mehr so glücklich darüber.

Aus meiner Erfahrung: Hedonismus ist wichtig. Wir haben nur ein Leben, warum sollten wir es also nicht genießen?

Triff dich mit deinen Freunden, lache, genieße den Wein oder die Schokolade, tanze, sei spontan, klettere auf Bäume und lass die Haare wehen.

Und gleichzeitig, sei achtsam mit dir selbst.

Wo liegt deine Grenze? Was tut dir wirklich gut? Was ist für dich wahrer Genuss, der sich auch noch am nächsten Tag gut anfühlt?

 

Ich freue mich über deine Gedanken zu diesem Blogartikel. Welche Erfahrungen hast du mit dem Steigern deines Wohlbefindens gemacht? Welche Themen würden dich für einen nächsten Artikel besonder interessieren?

 

Bolier, L., Haverman, M., Westerhof, G. J., Riper, H., Smit, F., & Bohlmeijer, E. (2013). Positive psychology interventions: a meta-analysis of randomized controlled studies. BMC public health, 13(1), 119.

Layous, K., Nelson, S. K., & Lyubomirsky, S. (2013). What is the optimal way to deliver a positive activity intervention? The case of writing about one’s best possible selves. Journal of Happiness Studies, 14(2), 635-654.

Seligman, M. E. P., Steen, T. A., Park, N., & Peterson, C. (2005). Positive psychology progress: Empirical validation of interventions. American Psychologist, 60, 410-421. doi:10.1037/0003-066X.60.5.410

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